Nach einem eher relaxtem Sonntagmorgen mit gemütlichem Frühstück startete die Tour von München durch die Alpen mit dem Ziel Riva del Garda. Erst 10 min vor 11 Uhr saß ich auf dem Rad. Naja, es war ja noch genügend Zeit, um das erste Etappenziel, Zillertal, zu erreichen. Über Grünwald, Bad Tölz (erste Pause), Lenggries fuhr ich hinauf zum Sylvensteinsee, den man hier sieht. Dort hatte ich schon 75 km zurückgelegt. Bald verlies ich auch die Bundesrepublik und fuhr Richtung Achenkirch am Achensee vorbei. Direkt am Seeufer legte ich auch eine zweite Pause ein. Leider nicht sehr lange, denn ein Regenschauer nahte. Also schnell ein geschmiertes Brot und ein Müsliriegel reingeschoben, um gleich weiterzufahren. Nun war ich endgültig motiviert und freute mich auf die kommenden Tage! Gleich in Maurach angekommen fuhr ich hinunter nach Jenbach. Aber irgendwie scheint mein MTB die 70 km/h nicht zu mögen. Wieder war die Topspeed nur 69,7 km/h! Naja, kann man nichts machen... Im Tal angekommen fand ich gleich den Weg über Strass direkt ins Zillertal. Mittlerweile bin ich schon 115 km gefahren. Mein avisiertes Ziel war Zell i. Z. Bis dahin waren es noch etwas mehr als 20 km. Nun hatte es auch leicht zu regen begonnen. Aber das war mir egal, jeden Kilometer den ich jetzt noch locker im Tal fahre, muss ich morgen Früh nicht fahren, dachte ich mir zur Motivation. In Zell angekommen war die Überlegung... was nun? Auf einem Schild laß ich, dass es bis Mayrhofen nur noch 8 km sind. Natürlich bin ich noch weitergeradelt, dann sollte aber wirklich Schluss sein. Auf den letzten Kilometern spürte ich, wie die Kraft nachlies.
Endlich in Mayrhofen angekommen, schaute ich schon nach einer Unterkunft. Ehrlich gesagt, hat man alle fünf Meter die Möglichkeit ein Zimmer zu bekommen. Anscheinend konnte ich mich nicht entscheiden... Leider! Denn als ich mit geschätzten 10 km/h wohl etwas zu feste auf einem nassen Gullideckel bremste lag ich auf der Straße. So eine Sch... dachte ich. Mein linker Fuß war im Rahmen eingeklemmt, das Rad lag auf mir. Dann sah ich ein starkes Bluten an meinem linken Knöchel. Noch ehe ich aufstehen konnte, hörte ich auch ein helles Geräusch, als ob ein Geldstück auf den Boden fiel. Dann sah ich gleich einen der Schalthebel auf dem Boden liegen. Ohh nein, hoffentlich kann der wieder montiert werden, war der erste Gedanke. Dann sah ich nochmal nach meiner Verletzung.... ohh der halbe Socken war schon rot. Schock am ersten Tag, kurz vor dem Ziel...naja, eigentlich schon angekommen! Mit einem Taschentuch drückte ich auf die ca. 10 cm lange Wunde, um die Blutungen zu stoppen. Leider bislang vergebens.
Die Schaltung war auch hinüber! Ich setzte mich auf die nächste Bank und überlegte, was nun?! Ich entschloss mich, die Tour zu beenden. Denn mit einer kaputten Schaltung und gesundheitlich angeschlagen macht es keinen Sinn am nächsten Tag weiter zu fahren. Die Enttäuschung war natürlich enorm groß! Also rief ich daheim an, um mich abholen zu lassen. Anschließend hatte ich genügend Zeit, um zu Essen und mir einen schönen Abend am Bahnhof in Mayrhofen zu machen, ehe mein Taxi kurz nach halb zehn eintraf!
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